Vorteile von Granatapfel und Datteln in der Schwangerschaft: Erleichtern sie wirklich die Geburt?
Beschleunigen Datteln in der Schwangerschaft die Geburt? Welche Vorteile hat Granatapfel bei Anämie und für die Gesundheit der Plazenta? Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Ernährung in den letzten Wochen und zur Erleichterung der Geburt.
Anacan Redaktion5 Min. LesezeitAktualisiert
Je näher die letzten Schwangerschaftswochen rücken, desto größer wird bei jeder werdenden Mutter derselbe Wunsch: *„Wenn meine Geburt doch nur schnell und leicht verlaufen würde“*. In dieser Phase hörst du von Großmüttern, Nachbarinnen und in Internetforen wahrscheinlich besonders oft diese Ratschläge: **„Iss Datteln, dann läuft die Geburt wie geschmiert“** oder **„Iss Granatapfel, damit sich deine Blutwerte verbessern und du Kraft hast“**.
Können Granatapfel und Datteln, die ein fester Bestandteil der aserbaidschanischen Küche und Kultur sind, für Schwangere tatsächlich als „Superfoods“ gelten? Oder ist das nur ein Mythos? Glücklicherweise gibt es zu diesem Thema einige wissenschaftliche Untersuchungen.
Schauen wir uns an, welchen tatsächlichen Einfluss diese beiden köstlichen Früchte auf den Geburtsverlauf und die Gesundheit des Babys haben können.
## Datteln: Das „natürliche Oxytocin“ für die Geburt?
Seit der Antike werden Datteln (insbesondere Datteln aus Medina oder dem Iran) verwendet, um die Wehen zu erleichtern. Auch die moderne Medizin hat sich mit diesem traditionellen Wissen beschäftigt.
### Was sagt die Wissenschaft?
Klinische Studien (zum Beispiel im *Journal of Obstetrics and Gynaecology*) deuten darauf hin, dass Frauen, die in den letzten 4 Schwangerschaftswochen (ab der 36. Woche) täglich **6 Datteln** essen, folgende Vorteile haben können:
1. **Der Muttermund ist bei Geburtsbeginn weiter geöffnet:** Bei Frauen, die Datteln gegessen haben, war der Muttermund bei der Aufnahme ins Krankenhaus im Durchschnitt weiter geöffnet als bei Frauen, die keine gegessen hatten.
2. **Seltener ist eine künstliche Einleitung nötig:** Die Wahrscheinlichkeit eines spontanen Geburtsbeginns kann steigen und die Notwendigkeit einer medizinischen Geburtseinleitung sinken.
3. **Die Geburtsdauer kann sich verkürzen:** Es wurde beobachtet, dass die Latenzphase, also die frühe Phase der Geburt, kürzer dauern kann.
**Der mögliche Grund:** Bestimmte Inhaltsstoffe der Dattel könnten ähnlich wie das Hormon Oxytocin wirken und dazu beitragen, dass sich die Gebärmuttermuskulatur effektiver zusammenzieht. Außerdem sind Datteln eine Quelle **natürlicher Energie**, die du während der Geburt gut gebrauchen kannst.
> Achtung: Datteln enthalten viel Zucker! Wenn du Schwangerschaftsdiabetes hast, solltest du nicht so viele Datteln essen, ohne dies vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt abzusprechen.
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## Granatapfel: Aserbaidschans „rotes Gold“ in der Schwangerschaft
Unser Land ist ein Paradies für Granatäpfel, und diese Frucht kann auch für Schwangere wertvoll sein. Granatapfel löst zwar nicht wie ein Wehenmittel direkt die Geburt aus, kann aber mit seinen Nährstoffen dazu beitragen, dich und dein Baby auf die Geburt vorzubereiten.
### 1. Unterstützung bei Eisenmangel und Anämie
Blutarmut (Anämie) tritt in der Schwangerschaft häufig auf. Granatapfel enthält zwar etwas Eisen, ist jedoch kein Ersatz für ärztlich empfohlene Eisenpräparate. Seine Nährstoffe und Antioxidantien können eine ausgewogene Ernährung ergänzen. Gute Blutwerte sind wichtig, damit dein Körper auf den Blutverlust bei der Geburt vorbereitet ist.
### 2. Schutz für die Plazenta
Granatapfelsaft enthält viele starke Antioxidantien (Polyphenole). Untersuchungen deuten darauf hin, dass diese Antioxidantien die Plazenta vor oxidativen Schäden schützen und die Durchblutung zum Baby unterstützen können. Dies könnte besonders im Hinblick auf das Risiko einer **intrauterinen Wachstumsverzögerung** von Bedeutung sein.
### 3. Vitamin K und Knochengesundheit
Granatapfel enthält Vitamin K, das für deine Knochen und die deines Babys wichtig ist. Vitamin K spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, was auch für die Erholungsphase nach der Geburt von Bedeutung ist.
### 4. Gegen Muskelkrämpfe
Dank des enthaltenen Kaliums kann Granatapfel dazu beitragen, nächtliche Wadenkrämpfe zu lindern, die dich in den letzten Schwangerschaftsmonaten belasten können.
## Wie und wann solltest du sie essen?
Um bestmöglich von diesen Vorteilen zu profitieren, kannst du dich an folgenden Empfehlungen orientieren:
- **Datteln:** Ab der **36. Schwangerschaftswoche** täglich 4-6 Stück. Du kannst sie mit Walnüssen, Milch oder in einem Smoothie genießen.
- **Granatapfel:** Er kann während der **gesamten Schwangerschaft** Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. In der Saison sind täglich ein halbes Glas Granatapfelkerne oder frisch gepresster Saft (1 Glas pro Tag) eine mögliche Portion.
- *Hinweis:* Granatapfelsaft kann bei manchen Menschen Verstopfung begünstigen. Vergiss daher nicht, ausreichend Wasser zu trinken. Auch bei Sodbrennen solltest du vorsichtig sein.
Unsere Großmütter lagen also nicht ganz falsch! Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Datteln den physiologischen Geburtsverlauf erleichtern können, während Granatapfel deinen Körper mit wertvollen Nährstoffen versorgt.
Natürlich garantiert der Verzehr von Datteln allein keine schmerzfreie Geburt. Sie können jedoch eine natürliche und leckere Unterstützung sein. Wenn du keine Probleme mit deinem Blutzucker hast, kannst du eine Packung Datteln und eine Flasche Granatapfelsaft in deine Kliniktasche legen – auch nach der Geburt können sie dir helfen, neue Energie zu tanken!
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