Ernährung
10 Lebensmittel, die in der Schwangerschaft tabu sind: Sushi, rohes Fleisch und weitere Gefahren
Was solltest du in der Schwangerschaft nicht essen? Warum sind Sushi, rohe Eier, Weichkäse und Leber riskant? Eine Liste mit 10 Lebensmitteln, die du zum Schutz vor Listeriose und Toxoplasmose meiden solltest.

Die Schwangerschaft ist eine Zeit, in der Frauen ihre Ernährungsgewohnheiten besonders häufig hinterfragen. Einerseits denkst du vielleicht: "Wenn ich Appetit darauf habe, braucht mein Baby es bestimmt", andererseits fragst du dich besorgt: "Schadet es meinem Baby, wenn ich das esse?" Gerade die Vielfalt der aserbaidschanischen Küche und unsere Vorliebe für natürliche Produkte direkt vom Bauernhof können manchmal versteckte Gefahren mit sich bringen.
Leider müssen einige unserer Lieblingsspeisen während der Schwangerschaft vom Speiseplan gestrichen werden. Der Grund ist einfach: Dein Immunsystem ist in der Schwangerschaft etwas geschwächt. Bakterien wie Listerien oder Salmonellen, die dir sonst vielleicht nichts anhaben, können jetzt eine ernste Gefahr für dein Baby darstellen.
Sehen wir uns die 10 Lebensmittel an, die du während dieser 9 Monate meiden solltest, und erfahren wir, warum sie auf der "roten Liste" stehen.
1. Roher Fisch und Sushi (Sorry an alle Sushi-Fans!)
Du liebst vielleicht die japanische Küche, doch in der Schwangerschaft solltest du auf Rollen mit rohem Fisch unbedingt verzichten.
Gefahr: Roher Fisch kann Parasiten und schädliche Bakterien enthalten.
Alternative: Du kannst vollständig gegartes Sushi essen, zum Beispiel "Tempura" oder Sushi mit gegartem Lachs, sowie vegetarisches Sushi mit Avocado oder Gurke.
2. Rohes oder nicht vollständig gegartes Fleisch (Steak "blutig")
Achte bei Kebab oder Steak darauf, dass das Fleisch innen nicht mehr rosa ist.
Gefahr: Risiko einer Toxoplasmose. Dieser Parasit ist für Erwachsene meist nicht gefährlich, kann aber die Augen und das Gehirn des ungeborenen Babys schwer schädigen.
Regel: Fleisch muss vollständig durchgegart sein und darf keine rosa oder blutigen Stellen mehr haben.
3. Rohe Eier (auch Eier direkt vom Bauernhof!)
Spiegeleier mit flüssigem Eigelb oder selbst gemachte Mayonnaise können lecker sein, sind aber riskant.
Gefahr: Salmonellen. Sie können starkes Erbrechen, Durchfall und Fieber verursachen. Das kann zu Flüssigkeitsmangel und Gebärmutterkontraktionen führen.
Regel: Sowohl das Eiweiß als auch das Eigelb müssen vollständig fest sein. "Gogol-Mogol" oder rohen Teig zu probieren, ist absolut tabu.
4. Fischarten mit hohem Quecksilbergehalt
Fisch ist eine Quelle für Omega-3-Fettsäuren, aber nicht jeder Fisch ist gesund. Einige große Raubfische reichern im Meer Quecksilber an.
Gefahr: Quecksilber (mercury) kann das sich entwickelnde Nervensystem und Gehirn des ungeborenen Babys schädigen.
Tabu: Hai, Schwertfisch und Königsmakrele.
Sicher: Lachs, Forelle, Sprotten und Sardinen (2 Portionen pro Woche).
5. Nicht pasteurisierte Milch und Weichkäse
Der Satz "Milch direkt vom Bauernhof ist natürlich und gesund" gilt in der Schwangerschaft nicht, wenn die Milch nicht abgekocht wurde.
Gefahr: Listerien. Diese Bakterien können die Plazenta überwinden und eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen.
Was du meiden solltest: Nicht abgekochte Milch direkt vom Bauernhof und Weichkäse aus nicht pasteurisierter Milch (Brie, Camembert, Gorgonzola – Schimmelkäse).
Sicher: Abgekochte Milch und im Handel erhältlicher Käse aus pasteurisierter Milch (Weißkäse, Cheddar, holländischer Käse).
6. Ungewaschenes Obst und Gemüse
Selbst der gesündeste Apfel kann zur Gefahr werden, wenn er nicht gewaschen wurde.
Gefahr: Toxoplasmose-Parasiten aus der Erde.
Regel: Wasche Obst und Gemüse gründlich unter fließendem Wasser. Wenn du im Restaurant einen Salat bestellst, solltest du sicher sein, dass er gründlich gewaschen wurde – oder dich für gegartes Gemüse entscheiden.
7. Leber
Leber ist zwar eine Eisenquelle, doch in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.
Gefahr: Sie enthält sehr große Mengen Vitamin A (Retinol). Zu viel Vitamin A kann beim ungeborenen Baby zu Fehlbildungen führen.
Empfehlung: Iss Leber höchstens 1-2 Mal im Monat.
8. Verarbeitetes Fleisch (Würstchen, Wurst)
Wenn du zum Frühstück gern Würstchen isst, solltest du vorsichtig sein.
Gefahr: Listerienrisiko. Auch wenn diese Produkte bereits gegart verkauft werden, können sie beim Verpacken mit Bakterien verunreinigt werden.
Regel: Erhitze Würstchen und Wurst unbedingt gründlich, bis sie "dampfend heiß" sind. Iss sie nicht kalt.
9. Alkohol
Hier gilt das strengste Verbot. Die Annahme, dass "ein Glas Wein nicht schadet", ist falsch.
Gefahr: Alkohol gelangt direkt in den Blutkreislauf des Babys und kann das Fetale Alkoholsyndrom verursachen, das mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen einhergeht. Es gibt in der Schwangerschaft KEINE sichere Menge Alkohol.
10. Zu viel Koffein
Du musst nicht vollständig auf Kaffee verzichten, solltest deinen Konsum aber reduzieren.
Grenzwert: Täglich 200 mq (etwa 1-2 Tassen).
Risiko: Große Mengen Koffein erhöhen das Risiko einer Fehlgeburt und können zu einem niedrigeren Geburtsgewicht des Babys führen. Denk daran, dass auch Tee, Schokolade und Cola Koffein enthalten.
Lass dich von dieser Liste nicht verunsichern. Tatsächlich gibt es viel mehr leckere und gesunde Lebensmittel, die du essen darfst, als solche, die tabu sind. Entscheidend sind vor allem Hygiene und gründliches Garen. Wenn du sicher bist, dass ein Lebensmittel gründlich gewaschen und vollständig durchgegart wurde, ist das Risiko minimal.
Wenn du dir bei einem Lebensmittel unsicher bist, öffne die "Sicherheitsdatenbank" in der Anacan-App (Safety Lookup). Dort kannst du sofort den Status von Hunderten Lebensmitteln prüfen (Grün/Gelb/Rot).
Ernähre dich gesund und lass dein Baby gesund heranwachsen!



