Je näher die letzten Tage der Schwangerschaft rücken, desto mehr Frauen empfinden statt Vorfreude vor allem Sorgen. Sie liegen nachts wach, lesen im Internet „erschreckende Geburtsberichte“ und spielen in Gedanken immer wieder dasselbe Szenario durch: *„Was, wenn ich es nicht schaffe?“, „Werde ich die Schmerzen aushalten?“, „Könnte meinem Baby etwas passieren?“*.
Liebe werdende Mama, du solltest wissen, dass du nicht allein bist. Angst vor der Geburt zu haben, ist völlig normal. Wenn diese Angst jedoch so stark wird, dass sie dein Leben lähmt, kann es sich um ein medizinisches Krankheitsbild handeln – die **Tokophobie**.
In diesem Artikel gehen wir den Ursachen der Geburtsangst auf den Grund und zeigen dir 5 wirksame, von Psychologen empfohlene Methoden, mit denen du deine Angst in Zuversicht verwandeln kannst.
## Was ist Tokophobie? Der Unterschied zu normaler Aufregung
Jede Schwangere macht sich in gewissem Maße Gedanken über den Geburtsverlauf. Das ist die „Angst vor dem Unbekannten“ und ganz natürlich.
Bei einer **Tokophobie** handelt es sich jedoch um eine krankhafte, übermäßige Angst.
- **Anzeichen:** Panikattacken, Albträume, Herzrasen beim Gedanken an die Geburt, Weinkrämpfe und sogar der hartnäckige Wunsch nach einem Kaiserschnitt allein aufgrund dieser Angst.
## Die 3 Hauptursachen der Angst
Um dich deiner Angst zu stellen, musst du sie zunächst benennen. Wovor hast du am meisten Angst?
1. **Angst vor Schmerzen:** „Die Schmerzen werden unerträglich sein, ich werde sterben“.
2. **Angst vor Kontrollverlust:** „Ich werde meinen Körper nicht kontrollieren können, und die Ärzte werden mir nicht zuhören“.
3. **Angst vor Verletzungen:** „Ich werde einen Geburtsriss erleiden, und meine Gesundheit wird darunter leiden“.
## 5 psychologische Techniken, um die Angst zu überwinden
### 1. Halte eine „Informationsdiät“
In unserer Gesellschaft erzählen Frauen schwierige Geburtsgeschichten manchmal gern besonders dramatisch, um ihren eigenen „Heldenmut“ zu unterstreichen.
- **Tipp:** Höre dir keine negativen Geschichten mehr an. Wenn deine Freundin mit „Ich hatte 20 Stunden lang Wehen ...“ beginnt, unterbrich sie höflich: *„Bitte erzähl mir nur positive Geschichten“*. Füttere dein Gehirn nicht mit beängstigenden Szenarien, sondern mit Berichten über gelungene und ruhige Geburten.
### 2. Nutze die Kraft des Wissens
Am meisten fürchten wir uns vor dem, was wir nicht kennen. Informiere dich über die physiologischen Abläufe der Geburt.
- **Fakt:** Eine Wehe ist nicht dazu da, dir Schmerzen zu bereiten, sondern den Muttermund zu öffnen. Jede Wehe ist eine „Arbeitskraft“, die dich deinem Baby näherbringt.
- **Aktiv werden:** Besuche einen Geburtsvorbereitungskurs oder sieh dir die Geburtsvideos in der **Anacan App** an. Wenn du den Ablauf Schritt für Schritt kennst, gibt dir das ein Gefühl von Kontrolle.
### 3. Ersetze das Wort „Schmerz“ durch „Kraft“ (Hypnobirthing)
Unsere Sprache prägt unsere Gedanken. Statt dir zu sagen: „Jetzt kommen unerträgliche Schmerzen“, sage: „Jetzt kommt eine kraftvolle Welle“.
- **Technik:** Versuche, deinen Körper während einer Wehe nicht anzuspannen, denn das verstärkt den Schmerz, sondern ihn bewusst zu entspannen. Atme tief ein und stelle dir vor, wie mit jedem Ausatmen die Anspannung aus deinem Körper ins Wasser abfließt.
### 4. Baue eine „Brücke des Vertrauens“ zu deinem Arzt auf
Verheimliche deinem Arzt deine Ängste nicht. Sage offen: „Ich habe große Angst“. Ein guter Arzt wird deine Gefühle ernst nehmen und dich beruhigen.
- **Besprechen:** Sprich im Voraus über Möglichkeiten der Schmerzlinderung, etwa eine Periduralanästhesie. Zu wissen, dass die Schmerzen kontrolliert werden können, wird dir Sicherheit geben.
### 5. Erstelle einen Geburtsplan (aber bleibe flexibel)
Zu planen, was im Krankenhaus geschehen soll, kann Stress reduzieren.
- Wer soll bei dir sein? (Dein Partner, deine Mutter?).
- Möchtest du Musik hören?
- Soll das Licht gedimmt sein?
Wenn du über diese kleinen Details nachdenkst, lenkst du deine Aufmerksamkeit von der Angst weg und hin zu einem Gefühl von Geborgenheit und „Nestbau“.
## Wann brauchst du professionelle Hilfe?
Wenn deine Ängste deinen Alltag beeinträchtigen und deinen Schlaf oder Appetit stören, solltest du unbedingt mit einem perinatalen Psychologen sprechen. Schon wenige Therapiesitzungen können dabei helfen, diesen inneren Knoten zu lösen.
Die Geburt ist eine der natürlichsten und kraftvollsten Funktionen des weiblichen Körpers. Dein Körper ist darauf ausgerichtet, diese Aufgabe zu bewältigen. Millionen Frauen haben es geschafft – und du wirst es auch schaffen.
Angst ist normal. Aber lass nicht zu, dass sie einen der schönsten Tage deines Lebens überschattet. Atme tief durch, denke an dein Baby und sage dir: *„Ich bin stark, ich schaffe das!“*.
**Zum Entspannen kannst du in der Anacan App** den Bereich „Meditations- und Atemübungen“ nutzen und so deinen Stress während der gesamten Schwangerschaft besser bewältigen.