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Schwangerschaft

Zahnbehandlung in der Schwangerschaft: Schädigen Betäubung und Röntgen das Baby?

Was tun bei Zahnschmerzen in der Schwangerschaft? Schädigen Zahnziehen, Füllungen, eine Betäubung (Lokalanästhesie) oder Röntgenstrahlen das Baby? Das solltest du über eine sichere Zahnbehandlung wissen.

Zahnbehandlung in der Schwangerschaft: Schädigen Betäubung und Röntgen das Baby?
Es gibt ein altes Sprichwort: *„Jedes Kind kostet die Mutter einen Zahn.“* Zu Zeiten unserer Großmütter war das eine bittere Realität. Aus Angst vor Kalziummangel und Zahnbehandlungen mieden Frauen während der gesamten Schwangerschaft den Zahnarzt – und verloren dadurch letztlich ihre Zähne. Auch heute noch scheuen sich viele Schwangere davor, zum Zahnarzt zu gehen, selbst wenn sie starke Zahnschmerzen haben. Der Hauptgrund für diese Angst ist immer derselbe: *„Können die Spritze (Betäubung) oder die Röntgenstrahlen meinem Baby schaden?“* Aus Angst die Schmerzen auszuhalten, ist für dein Baby tatsächlich gefährlicher als die Behandlung selbst. Räumen wir mit den Mythen über Zahnbehandlungen in der Schwangerschaft auf und werfen wir einen Blick auf die medizinischen Fakten. ## Warum machen die Zähne in der Schwangerschaft plötzlich „Probleme“? Dass deine Zähne während der Schwangerschaft empfindlicher sind oder dein Zahnfleisch blutet, ist kein Zufall. - **Hormonell bedingte Gingivitis:** Durch den Anstieg der Hormone Progesteron und Östrogen reagiert das Zahnfleisch empfindlicher auf Bakterien. Blutungen beim Zähneputzen, Schwellungen und Rötungen sind häufige Anzeichen einer Schwangerschaftsgingivitis. - **Der Kalziummythos:** Das Baby „stiehlt“ kein Kalzium aus deinen Zähnen. Es erhält das benötigte Kalzium über deine Ernährung – oder aus deinen Knochen. Karies entsteht nicht durch Kalziumverlust, sondern durch veränderte Ernährungsgewohnheiten, etwa mehr Appetit auf Süßes, oder weil Magensäure bei Schwangerschaftsübelkeit den Zahnschmelz angreift. > Wichtig: Unbehandelte Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) erhöhen das Risiko einer Frühgeburt und eines niedrigen Geburtsgewichts um das 7-Fache. Zum Zahnarzt zu gehen bedeutet also, dein Baby zu schützen! > ## Sorge 1: Ist eine Betäubungsspritze schädlich? Die größte Sorge lautet: „Wenn ich eine Spritze bekomme, gelangt das Medikament zum Baby.“ **Medizinischer Fakt:** Eine Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) ist während der Schwangerschaft **sicher**. - Zahnärzte verwenden bei Schwangeren in der Regel spezielle Lokalanästhetika mit **Lidocain**, die nur wenig oder kein Adrenalin (Epinephrin) enthalten. - Diese Medikamente passieren die Plazenta nur in sehr geringen Mengen und schaden dem ungeborenen Baby nicht. - **Schmerzen sind gefährlicher:** Starke Schmerzen verursachen erheblichen Stress und erhöhen die Konzentration von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin in deinem Körper. Das ist für dein Baby deutlich belastender als eine Betäubungsspritze. ## Sorge 2: Wird das Baby durch Röntgenstrahlen belastet? Die Vorstellung „Röntgen ist tabu, schließlich ist das Strahlung!“ ist überholt. **Medizinischer Fakt:** Die Strahlendosis moderner **digitaler Dentalröntgengeräte (Radiovisiografie)** ist äußerst gering. - Die Strahlung wird direkt auf den Mundraum gerichtet, nicht auf den Bauch. - Während der Aufnahme wird dein Bauch mit einer **Bleischürze** abgedeckt. Diese schützt dein Baby zu 100 % vor möglicher Streustrahlung. - Trotzdem ordnen Ärzte eine Röntgenaufnahme nur an, wenn sie **unbedingt notwendig** ist, beispielsweise für eine Wurzelkanalbehandlung. Aus rein kosmetischen Gründen wird nicht geröntgt. ## Die „beste Zeit“ für einen Zahnarztbesuch Abgesehen von Notfällen wie akuten Schmerzen oder einer eitrigen Entzündung sollte bei planbaren Behandlungen die jeweilige Phase der Schwangerschaft berücksichtigt werden: ### 1. Trimester (Nicht grundsätzlich riskant, aber besonders sensibel) Die Organe des Babys entwickeln sich. Außerdem kannst du unter Übelkeit leiden. In dieser Phase werden nur dringende Eingriffe vorgenommen; planbare Behandlungen werden verschoben. ### 2. Trimester (Die beste Phase: 14.–20. Schwangerschaftswoche) Dies ist die **ideale Zeit** für einen Zahnarztbesuch. Die Organentwicklung des Babys ist abgeschlossen, du fühlst dich meist besser und dein Bauch ist noch nicht so groß, dass das Sitzen oder Liegen auf dem Behandlungsstuhl unangenehm wird. Füllungen, Zahnsteinentfernungen oder das Ziehen eines Zahns können in dieser Phase in der Regel problemlos durchgeführt werden. ### 3. Trimester (Zunehmende Beschwerden) Es gibt keine grundsätzliche medizinische Gegenanzeige für eine Behandlung. Längeres Liegen auf dem Rücken im Behandlungsstuhl kann jedoch unangenehm werden, weil die untere Hohlvene zusammengedrückt werden und dadurch Schwindel entstehen kann. ## Was solltest du vermeiden? Einige Behandlungen werden während der Schwangerschaft nicht empfohlen: - **Zahnaufhellung:** Die Wirkung der verwendeten Chemikalien wie Peroxid ist noch nicht vollständig untersucht. Es empfiehlt sich, die Behandlung auf die Zeit nach der Geburt zu verschieben. - **Bestimmte Antibiotika:** Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline können dauerhafte Verfärbungen an den Zähnen des Babys verursachen. Teile deinem Arzt unbedingt mit, dass du schwanger bist. Er kann dir ein geeignetes Antibiotikum verschreiben, das in der Schwangerschaft als sicher gilt, beispielsweise Amoxicillin oder Erythromycin. - **Sedierung (Dämmerschlaf):** Eine Vollnarkose oder „Lachgas“ wird nur bei lebenswichtiger medizinischer Notwendigkeit eingesetzt. Zahnschmerzen sind nichts, was du einfach „aushalten solltest, bis es vorübergeht“. Einen Infektionsherd im Mund unbehandelt zu lassen, gefährdet sowohl deine eigene Gesundheit als auch die deines Babys. Informiere deinen Arzt unbedingt darüber, **dass du schwanger bist** und **in welcher Schwangerschaftswoche** du dich befindest. So kann er den für dich sichersten Behandlungsplan auswählen. Denk daran: Eine glückliche Mutter bringt mit ihrem Lächeln ihre Umgebung zum Strahlen. Achte gut auf deine Zähne! **Hinweis:** Welche Medikamente und Behandlungen in der Schwangerschaft sicher sind, kannst du in der **„Sicherheitsdatenbank“ der Anacan App** nachschlagen.

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